Anmeldung: Netzwerktreffen der Bundesinitiative 2019




Menschen mit Fluchterfahrung haben oftmals schwere Menschenrechtsverletzungen, wie Folter, Krieg und Menschenhandel erlebt, sexualisierte Gewalt erfahren, wurden verfolgt oder vertrieben. Traumatische Erfahrungen, wie sie ein gro├čer Teil der Gefl├╝chteten erlitten hat, haben starken Einfluss auf ihre physische und psychische Gesundheit. Die Unterbringung in Fl├╝chtlingsunterk├╝nften l├Ąsst eine angemessene Bew├Ąltigung von potentiell traumatisierenden Erlebnissen im Herkunftsland und auf der Flucht kaum zu. Mangel an Privatsph├Ąre und R├╝ckzugsm├Âglichkeiten, stark eingeschr├Ąnkte gesellschaftliche Teilhabe und vielf├Ąltige psychosoziale Belastungen k├Ânnen die Lage von betroffenen Menschen versch├Ąrfen.


 

Wie bringen sich unbew├Ąltigte Traumatisierungen im Fluchtkontext zum Ausdruck? Was bedeutet das f├╝r die Bewohnerinnen und Bewohner von Fl├╝chtlingsunterk├╝nften und den beruflichen Alltag der Besch├Ąftigten? Welche Wege des stabilisierenden Umgangs gibt es? Das sind Fragen, die im Rahmen des Netzwerktreffens reflektiert werden sollen.


Nach einleitenden Worten des Bundesministeriums f├╝r Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzen Prof. Dr. med. Meryam Schouler-Ocak (Charit├ę) mit der Keynote ÔÇ×Trauma im Fluchtkontext ÔÇô Kernkonzepte und ForschungsstandÔÇť und Silvia Schriefers (XENION) mit dem Kommentar ÔÇ×Soziale Arbeit mit potentiell traumatisierten gefl├╝chteten Menschen ÔÇô Auftrag und GrenzenÔÇť den fachlichen Rahmen f├╝r das Netzwerktreffen. Im Weltenkaffee haben die Teilnehmenden die M├Âglichkeit, sich zu den Vortr├Ągen strukturiert auszutauschen. Nach der Mittagspause werden in Workshops aussichtsreiche Projekte und Ans├Ątze vorgestellt und mit Blick auf Transferm├Âglichkeiten diskutiert. Der offene Ausklang l├Ądt dazu ein, im Caf├ę des Refugio zu verweilen.




Das Programm finden Sie hier.






Datum:

Freitag, 15. November 2019, 09:00 ÔÇô 16:30 Uhr

Ort:

Refugio Berlin, Lenaustra├če 3-4,12047 Berlin

Zielgruppe:

Vertreter*innen der Partnerorganisationen der Bundesinitiative "Schutz von gefl├╝chteten Menschen in Fl├╝chtlingsunterk├╝nften", Multiplikator*innen f├╝r Gewaltschutz, Gewaltschutzkoordinator*innen, Trainer*innen f├╝r Gewaltschutz, interessierte Praktiker*innen

Kontakt:

Servicestelle Gewaltschutz
servicestelle@gewaltschutz-gu.de
030 390 634 760


Bitte melden Sie sich m├Âglichst bis zum 08.11.2019 zur Teilnahme am Netzwerktreffen an.





Workshops: Aussichtsreiche Ans├Ątze zum Umgang mit traumatisierten gefl├╝chteten Menschen



In den moderierten Workshops werden aussichtsreiche Ans├Ątze zum Umgang mit potentiell traumatisierten gefl├╝chteten Menschen vorgestellt und mit Blick auf Transferm├Âglichkeiten diskutiert. Die Workshops finden in zwei Durchg├Ąngen zu je 75 Minuten (13:00 - 14:15 Uhr und 14:30 - 15:45 Uhr) statt. Zwischen den Durchg├Ąngen ist eine Kaffeepause von 15 Minuten vorgesehen.


Sie k├Ânnen sich f├╝r zwei der folgenden Workshops anmelden. Bitte geben Sie je Durchgang drei Pr├Ąferenzen an ("Pers├Ânliche Angaben", unten).




Workshop 1: Trauma-Erste-Hilfe von Gefl├╝chteten f├╝r Gefl├╝chtete

Dr. med. Ulrike Wichtmann, First Aid International Trauma Helpers (FAITH)


Im Rahmen des Projektes FAITH, das Dr. med. Ulrike Wichtmann in Kooperation mit dem BRK KV Landsberg am Lech entwickelt hat, werden gefl├╝chtete Menschen zu zertifizierten Trauma-Ersthelfer*innen ausgebildet. Der verfolgte Ansatz basiert auf neurophysiologisch wirksamen k├Ârperlichen ├ťbungen nach der Methode der somatischen Restrukturierung. In dem Workshop wird das Projekt und der somatische Ansatz zur Stabilisierung von traumatisierten Menschen vorgestellt.


Dr. med. Ulrike Wichtmann ist Fach├Ąrztin f├╝r somatische Medizin und Psychotherapie. Im Rahmen des Projektes hat sie zahlreiche gefl├╝chtete Menschen zu Trauma-Ersthelfer*innen ausgebildet sowie Multiplikator*innen-Trainings und Supervisionen f├╝r Besch├Ąftigte und Ehrenamtliche durchgef├╝hrt.



Workshop 2: Traumasensibler Umgang mit gefl├╝chteten Menschen in Fl├╝chtlingsunterk├╝nften

Lea Flory, Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren f├╝r Fl├╝chtlinge und Folteropfere. V. (BAfF)


Wie erkenne ich Traumasymptome? Geh├Ârt das ├╝berhaupt in meinen Aufgabenbereich? Besteht die Gefahr einer Retraumatisierung? Das sind Fragen und Unsicherheiten, denen sich viele Fachkr├Ąfte gegen├╝ber sehen. In dem Workshop werden diese Fragen mit Blick auf praxisnahe Handlungsvorschl├Ąge thematisiert. Dabei werden sowohl Bedarfe von gefl├╝chteten Menschen als auch die der Besch├Ąftigten im Hinblick auf Selbstf├╝rsorge ber├╝cksichtigt.


Lea Flory ist Diplom-Psychologin und hat im Rahmen ihrer T├Ątigkeit bei der BAfF e. V. den Praxisleitfaden ÔÇ×Traumasensibler und empowernder Umgang mit Gefl├╝chtetenÔÇť verfasst sowie wesentlich an der Erarbeitung des Annex 3 der ÔÇ×Mindeststandards zum Schutz gefl├╝chteten Menschen in Fl├╝chtlingsunterk├╝nftenÔÇť (2018, 3. Aufl.) mitgewirkt.



Workshop 3: Wenn T├Ąter selbst Opfer waren ÔÇô Junge T├Ąter begleiten

Julia Birnthaler, LIEBIGneun ÔÇô Beratungsstelle f├╝r sexuelle ├╝bergriffige Jungen und M├Ądchen, Wildwasser Gie├čen e. V.


Sexuell ├╝bergriffigem Verhalten von Kindern liegen zumeist unbew├Ąltigte traumatisierende Erlebnisse zu Grunde. Aus der inneren Not heraus haben sie sich entschieden, in sexuell-aggressiver Weise Grenzen zu verletzen. ├ťbergriffige Kinder brauchen Grenzen, damit sie keine weiteren ├ťbergriffe begehen k├Ânnen. Sie brauchen aber auch ein Verst├Ąndnis ihrer inneren Not, um ihre Bed├╝rfnisse angemessen zu ├Ąu├čern. In diesem Workshop wird der Ansatz der Beratungsstelle LIEBIGneun zum Umgang mit sexuell ├╝bergriffigen Kindern vorgestellt.


Julia Birnthaler ist systemische Beraterin und iseF sowie Mitgr├╝nderin und Leiterin von Wildwasser Gie├čen e. V. Unter anderem schult sie Fachkr├Ąfte aus dem p├Ądagogischen und medizinischen Bereich zum Thema sexuelle Gewalt und zur Erstellung von Schutzkonzepten.



Workshop 4: Arbeiten mit Rauschmittel-erfahrenen jungen gefl├╝chteten M├Ąnnern


Christof Sievers, Drogenberatungsstelle Westvest e. V., LAG Jungenarbeit NRW


Junge gefl├╝chtete M├Ąnner haben oftmals den Anspruch, ihre Familien zu unterst├╝tzen. Die psychosozial belastende Situation in Fl├╝chtlingsunterk├╝nften einerseits und mangelnde M├Âglichkeiten, Erlebtes zu bew├Ąltigen andererseits erschweren jedoch oft diesem Anspruch gerecht zu werden. Dies kann das Risiko f├╝r Rauschmit-telkonsum erh├Âhen. In dem Workshop wird das Projekt ÔÇ×jum├Ą_fm*_suchtÔÇť der LAG Jungenarbeit NRW e. V. zur Arbeit mit Rauschmittel-erfahrenen jungen gefl├╝chteten M├Ąnnern vorgestellt.


Christof Sievers ist Diplom-Sozialarbeiter mit langj├Ąhriger Erfahrung in der Sexualp├Ądagogik und der Suchpr├Ąvention. Er ist Mitgr├╝nder und Vorstandmitglied der LAG Jungenarbeit NRW e. V. und hat in diesem Zusammenhang unter anderem das Projekt ÔÇ×jum├Ą_fm*_suchtÔÇť konzipiert und durchgef├╝hrt.






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Bitte wenden Sie sich f├╝r R├╝ckfragen an die Servicestelle Gewaltschutz.