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In eigener Sache: Ausschreibung Publikation zur Umsetzung der "Mindeststandards" in Kommunen

Die Servicestelle Gewaltschutz der Stiftung SPI sucht im zweiten Anlauf eine:n Autor:in für einen Leitfaden zur Umsetzung Gewaltschutzes in kommunalen Unterkünften für Geflüchtete. Angebote können bis zum 05.10.2022 eingereicht werden. Der Leistungszeitraum endet am 31.12.2022.


 
1. Ausgangslage

Im Rahmen der im Jahr 2016 vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit einem Bündnis an Partnerorganisationen ins Leben gerufenen Bundesinitiative zum „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ fördert(e) das BMFSFJ vielfältige Maßnahmen, um die „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ in der Unterbringungspraxis zu etablieren.

Die Maßnahmen reichen von Förderprogrammen zur Umsetzung der Mindeststandards über die Förderung von Modellprojekten zur Vertiefung einzelner Aspekte der Mindeststandards, die von Partner:innenorganisationen in der Bundesinitiative umgesetzt werden, bis hin zu unterschiedlichen Veranstaltungsformaten(u.a. Netzwerktreffen der Bundesinitiative, Online-Fachtage, Länderforen, Online-Seminare), um den akteur:innen- und länderübergreifenden fachlichen Austausch zu befördern, sowie Einzelmaßnahmen (u.a. Schulungen) für die Sensibilisierung von Leitungs- und anderen Schlüsselpersonen in Unterkünften für geflüchtete Menschen. Einen guten Überblick über die Maßnahmen bietet die Webseite der Bundesinitiative www.gewaltschutz-gu.de.

Seit April 2021 liegen die Mindeststandards in nunmehr vierter, erweiterter Auflage vor. Zudem wurden einige Begleitpublikationen erarbeitet, die einzelne Aspekte der Mindeststandards mit Praxisorientierung konkretisieren. Um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven für die Umsetzung des Gewaltschutzes und der Mindeststandards aufzuzeigen, werden regelmäßig weitere Publikationen im Kontext der Bundesinitiative erstellt.

 


 
2. Auftragsgegenstand

Die Stiftung SPI – Sozialpädagogisches Institut Berlin »Walter May« (kurz: Stiftung SPI) wurde durch das BMFSFJ mit der Prozessbegleitung und Unterstützung der Aktivitäten der Bundesinitiative betraut. Im Rahmen dieser Tätigkeit vergibt die Stiftung SPI im Zuge einer freihändigen Vergabe einen Auftrag zur Erstellung einer Publikation zum Thema Gewaltschutz in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften.

Leitfrage, Ziel, inhaltliche Ausrichtung

Für die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von schutzsuchenden Menschen sind die Länder und Kommunen zuständig (§§ 44, 53 Asylgesetz). Ländern obliegt der Betrieb von Aufnahmeeinrichtungen, Kommunen sind für den Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften verantwortlich. Insgesamt leben wesentlich mehr geflüchtete Menschen in Gemeinschaftsunterkünften, als in Aufnahmeeinrichtungen. Die Ausgangsbedingungen und Voraussetzungen zur Etablierung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen divergieren hierbei. Rückmeldungen aus Praxis und Wissenschaft lassen darauf schließen, dass auf kommunaler Ebene mit Blick auf Gemeinschaftsunterkünfte oftmals weniger Strukturen und Maßnahmen für den Gewaltschutz etabliert sind, als das auf Länderebene mit Blick auf Erstaufnahmeeinrichtungen der Fall ist.

Vor diesem Hintergrund widmet sich die Publikation der Leitfrage, wie strukturelle Verankerung und operative Umsetzung des Gewaltschutzes im Kontext der kommunalen Unterbringung von geflüchteten Menschen gelingen kann.

Das Ziel der Publikation besteht darin, auf Grundlage der Darstellung von Beispielen guter Praxis aus ausgewählten Kommunen vielversprechende Wege zur strukturellen Verankerung und effektiven Umsetzung des Gewaltschutzes in Kommunen sowie Anknüpfungspunkte und Gelingensbedingungen für den Transfer in andere kommunale Kontexte aufzuzeigen.

Hierfür umfasst die Publikation folgende Inhalte:

Darstellung von Beispielen guter Praxis
Die Verankerung und Umsetzung des Gewaltschutzes in ausgewählten Kommunen werden dargestellt. Ausschlaggebend hierfür kann bspw. sein, ob es ein politisch beschlossenes verbindliches Gewaltschutzkonzept für die Unterbringung von geflüchteten Menschen gibt, ob eine explizite Ressortzuständigkeit für das Thema in der zuständigen Behörde existiert, ob es Personal(-stellen) in der Kommune für das Thema gibt wie bspw. Gewaltschutzkoordinator:innen oder -beauftragte, ob wesentliche (Gewaltschutz-)Maßnahmen umgesetzt sind wie bspw. eine externe Beschwerdestelle etc.

Herausarbeiten von Gelingensbedingungen
Die Beispiele guter Praxis werden hinsichtlich der wesentlichen Gelingensbedingungen analysiert. Hierbei wird insbesondere herausgearbeitet, ob und wenn ja welche Faktoren sich in allen beschriebenen Beispielen guter Praxis gleichen.

Ableitung von Handlungsempfehlungen
Vor dem Hintergrund der Punkte 1. und 2. werden möglichst konkrete Handlungsempfehlungen formuliert. Diese sollen sich insbesondere auf jene Punkte stützen, die für einen Transfer der guten Praxis in andere kommunale Kontexte geeignet sind. Falls erforderlich und sinnvoll sollen hierbei auch Qualifizierungen vorgenommen werden.

Zielgruppe

Die Publikation richtet sich an kommunale Behörden, die für die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von geflüchteten Menschen verantwortlich sind sowie an Leitungspersonen von kommunalen Unterkünften für geflüchtete Menschen.

Umfang und Zielformat

Das Endprodukt soll einen Umfang von 15 - 20 Seiten DIN A4 Reintext nicht überschreiten und ist der Auftraggeberin als Word-Datei zu übergeben.

 


 
3. Aufgaben der Auftragnehmerin / des Auftragnehmers

Die Umsetzung des Auftrags ist mit einer engmaschigen Korrespondenz und Zusammenarbeit mit der Servicestelle Gewaltschutz verbunden. Folgende Aufgaben werden von der Auftragnehmerin / des Auftragsnehmers erwartet:

Erstellung und Abstimmung eines Publikationskonzeptes
Die Auftragnehmerin / der Auftragnehmer erstellt ein Publikationskonzept. Das Publikationskonzept wird mit der Servicestelle Gewaltschutz sowie mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) abgestimmt.

Recherche zur Umsetzung des Gewaltschutzes bzw. der „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ in Kommunen
Die Auftragnehmerin / der Auftragnehmer recherchiert zwei bis drei geeignete Kommunen für die Darstellung von guter Praxis. Hierbei unterstützt die Servicestelle Gewaltschutz.

Erstellung der Publikation
Die Auftragnehmerin / der Auftragnehmer verfasst die Publikation mit Überarbeitungsschleifen im Austausch mit der Servicestelle Gewaltschutz. Das Endprodukt ist als Reintext im Word Format zu übergeben. Lektorat und Grafikdesign sind nicht Bestandteil des Auftrages.

Weitere Aufgaben
Ebenfalls einzuplanen sind Online Meetings wie ein Online-Auftragsklärungsgespräch sowie nach Bedarf weitere Online-Meetings.

 


 
4. Inhalte des Angebots

Das Angebot soll folgende Informationen umfassen:

  • Nachweis über Erfahrungen in der Erarbeitung von Fachpublikationen,
  • Nachweis über Kenntnisse der Verwaltungspraxis auf kommunaler Ebene im Kontext von Flucht sowie der Unterbringung von geflüchteten Menschen,
  • Projekt- und Kostenplan.

 


 
5. Kontakt Auftraggeberin

Ihre Auftraggeberin ist:
Stiftung SPI - Sozialpädagogisches Institut Berlin »Walter May«
Gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Seestr. 67, 13347 Berlin
Vorstandsvorsitzende/Direktorin: Annette Berg

Ihre Ansprechperson ist:
Usama Ibrahim-Kind
Projektkoordination Servicestelle Gewaltschutz
030 390 634 760

Der Beginn der Beauftragung ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt vorgesehen. Die Beauftragung endet am 31.12.2022.

Bitte schicken Sie Ihr aussagekräftiges Angebot bis zum 05.10.2022 ausschließlich per E-Mail an
soziale.integration@stiftung-spi.de und info@stiftung-spi.de.

 


 
6. Download

Leistungsbeschreibung Publikation zur Umsetzung der „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ in Kommunen

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