Schutz von Geflüchteten mit Traumafolgestörungen


Geflüchtete, die in Deutschland ankommen, haben oftmals Erfahrungen gemacht, die in ihrem Ausmaß unvorstellbar sind: Viele haben selbst schwere Menschenrechtsverletzungen, Folter und Krieg überlebt, sexualisierte Gewalt erfahren, wurden verfolgt oder vertrieben. All diese unmenschlichen und grausamen Erlebnisse vor, während und nach der Flucht verhindern ein Ankommen.

Internationale Studien weisen darauf hin, dass bis zu 50% der Geflüchteten an einer Traumafolgestörung leiden und oftmals auch ein besonders hohes Risiko haben, Opfer von (erneuter) Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung zu werden. Geflüchtete mit Traumafolgestörungen sind aufgrund ihrer Erfahrungen besonders schutzbedürftig und benötigen Aufnahme- und Versorgungsstrukturen, die ihrer jeweiligen Schutzbedürftigkeit entsprechen.


Hilfe- und Unterstützungssystem in Deutschland

In Deutschland gibt es für die psychosoziale und psychotherapeutische Unterstützung von Geflüchteten mit Traumafolgestörungen das Netzwerk der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (PSZ), das allen Geflüchteten unabhängig von Aufenthaltsstatus, Nationalität, politischer oder religiöser Zugehörigkeit offen steht. Es können jährlich etwas mehr als 21.000 Geflüchtete dadurch psychosozial und/oder psychotherapeutisch unterstützt werden. Nach wie vor fehlt es bundesweit jedoch an ausreichenden Kapazitäten für die psychosoziale Unterstützung, sodass es in den PSZ zu langen Wartezeiten kommt.

Der Dachverband der Psychosozialen Zentren für Geflüchtete (BAfF e.V.) bündelt das Wissen und die Kräfte der mehr als 40 deutschen Behandlungszentren für traumatisierte Geflüchtete und setzt sich für eine Verbesserung der Lebens- und Versorgungssituation der Betroffenen ein.


Weiterführende Informationen und Materialien

Standortkarte der Psychoszialen Zentren mit Kontaktdaten auf der Webseite der BAfF.

PSZ für geflüchtete Menschen

 


 

Kostenlose E-Learning Kurse zum Thema "Traumasensible Unterstützung für geflüchtete Kinder und Jugendliche" (Augeo Foundation, BumF, BAfF).

E-Learning Kurse: "Traumasensible Unterstützung für geflüchtete Kinder und Jugendliche"

 


 

Rechtliche Informationen und Arbeitshilfen zur Beantragung der Kostenübernahmen von Therapie oder Sprachmittlung.

BAfF: Rechtliche Informationen

 


 

BAfF (2019): Versorgungsbericht. Zur psychosozialen Versorgung von Flüchtlingen und Folteropfern in Deutschland, 5., aktualisierte Auflage.

BAfF (2017): Traumasensibler und empowernder Umgang mit Geflüchteten. Ein Praxisleitfaden.

Zu den Publikationen


Hinweis: Die Inhalte wurden mit freundlicher Unterstützung der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e. V. (BAfF) erstellt. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht.

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