Online Werkstattgespräch 2022


Der Gewaltschutzmonitor für Geflüchtetenunterkünfte in der Praxis – Grundlagen, technische Umsetzung, praktische Anwendung

Die aktuelle Ukraine-Krise verdeutlicht, wie wichtig ein koordinierter Austausch zum Thema Flucht und Unterbringung ist. Der Gewaltschutz in Geflüchtetenunterkünften ist ein zentraler Aspekt der Debatte und bundesweit eine wichtige Aufgabe von Betreibern und Trägern der Einrichtungen. Trotz teils unterschiedlicher sozialer, rechtlicher und institutioneller Bedingungen bedarf die Umsetzung des Gewaltschutzes in jeder Einrichtung eines beständigen Monitorings, kombiniert mit gezielten Evaluierungen seiner Wirksamkeit. Monitoring und Evaluation des Schutzkonzepts sind Teil der von der Bundesinitiative "Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften" entwickelten „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ (Mindeststandard 6).

Das DeZIM-Institut hat, zusammen mit der Bundesinitiative sowie zwei Pilotstandorten, ein modulares System zum Monitoring der Mindeststandards entwickelt. Es baut auf bisherigen Vorarbeiten einer Indikatorenentwicklung von UNICEF auf. Das einfach zu bedienende Tool (App) dient dem kontinuierlichen Monitoring sowie der Visualisierung der Umsetzung von Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften. Unterkunftsleitung, Gewaltkoordinator:innen, Sozialarbeiter:innen, Bewohner:innen und weiterer Stakeholder werden dabei beteiligt.

Seit 2021 bereitet das DeZIM-Institut eine Anpassung und Implementierung des Gewaltschutz-Monitors für acht Bundesländer vor. Es berücksichtigt hierbei die landesspezifischen Schutzkonzepte und regionalen Bedarfe. Das DeZIM-Institut begleitet den Implementierungsprozess des Tools in den teilnehmenden Bundesländern außerdem durch Schulungen und Handreichungen, um eine verantwortungsvolle Auswertung und Analyse der Daten vorzubereiten. Zudem wurde der Gewaltschutz in zwei ausgewählten Unterkünften evaluiert. Um die Nachhaltigkeit des Monitorings zu unterstützen ist angestrebt, ein bundesweites Netzwerk der Zielgruppen und Bundesländer zu etablieren.

Das Online Werkstattgespräch dient dem offenen Fachaustausch zwischen den Bundesländern und Zielgruppen sowie einer bundeslandübergreifenden Vernetzung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich das entwickelte Gewaltschutzmonitoring bundesweit in Geflüchtetenunterkünften skalieren lässt, wie es an lokale Bedarfe angepasst werden und wie eine verantwortungsvolle Auswertung und Analyse der Daten vorbereitet werden kann. Zunächst wird das DeZIM-Institut einen wissenschaftlichen Fachimpuls geben und Einblicke auf die technische Umsetzung werfen. Darauf folgen ein Kommentar aus behördlicher Sicht und ein Fachimpuls zu Erfahrungen aus der Praxis. Im Anschluss werden Einblicke in die technische Umsetzung des Gewaltschutzmonitoring gegeben und das Werkstattgespräch endet mit offener Zeit, um Fragen der Anpassung und Umsetzung des Monitorings und der Evaluierung zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen sowie sich bundeslandübergreifend zu vernetzen.

Datum und Uhrzeit

03.05.2022 | 10:00 - 13:00 Uhr (inkl. 15 Minuten offener Ausklang)


Zielgruppe

Landesaufnahmebehörden mit Zuständigkeit für die Unterbringung von geflüchteten Menschen, Aufnahmeeinrichtungen, Träger, Gewaltschutzkoordinator:innen


Online Plattformen

Webex Meetings


Anmeldung

Anmeldung erbeten bis zum 29.04.2022, 12:00 Uhr


Veranstalter


Organisation

Servicestelle Gewaltschutz

Tel | 030 390 634 760
Servicestelle Gewaltschutz


Programm

Prof. Dr. Sabrina Zajak, Leitung Abteilung Konsens & Konflikt, DeZIM-Institut, Moderation

Laura Karcher, Referat 103 – Migration und Vielfalt; Antisemitismus- und Rassismusprävention, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Prof. Dr. Naika Foroutan, Direktorin DeZIM-Institut

Dr. Sebastian Sedlmayr, Abteilungsleiter Advocacy und Politik, Deutsches Komitee für UNICEF e.V.

Monitoring und Evaluierung als Datenbasis für die evidenzbasierte Steuerung von Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften

Dr. Kristina Seidelsohn, Projektkoordination, DeZIM-Institut

Sifka Frederiksen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin DeZIM-Institut

Herausforderungen und Chancen von Monitoring und Evaluierung des Gewaltschutzes in Flüchtlingsunterkünften - Behördliche Perspektive

Lisa Karla Hilz, Referentin im Referat 31 – Zuwanderungsangelegenheiten, Wohnungslosenpolitik und soziales Wohnen, Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Freie Hansestadt Bremen

Zur Notwendigkeit von kontinuierlicher Beobachtung des Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften    

Johannes Wegschaider, Gewaltschutzkoordinator, Zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZAE), Regierung von Mittelfranken

Das Online-Tool „Gewaltschutzmonitor“ (App) – Anpassung an lokale Bedarfe und Visualisierung der Umsetzung von Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften.

Jan Kamb, Business Development, cause & effect DFSG UG

Vernetzung und informeller Austausch

Teilnehmer:innen und Referent:innen

Downloads und Links


Anmeldung

 

Die Frist zur Anmeldung ist abgelaufen.

Bitte wenden Sie sich an die Servicestelle Gewaltschutz.


Gefördert vom:
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