Online Fachveranstaltung


Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften - jetzt erst recht!

Für Landesbehörden, Kommunen und Einrichtungsleitungen ist es eine zentrale Aufgabe, geflüchteten Menschen eine schützende Unterbringung anzubieten. Mit den Neuerungen im Asylgesetz aus dem letzten Jahr wird die Verpflichtung der Bundesländer unterstrichen, „geeignete Maßnahmen“ zum Schutz von besonders schutzbedürftigen Personen in Flüchtlingsunterkünften zu ergreifen.

Auch bereits vor der gesetzlichen Verpflichtung haben zahlreiche zuständige Landesbehörden oftmals im Zusammenwirken mit Trägern der Freien Wohlfahrtspflege, zivilgesellschaftlichen Akteuren und engagierten Praktiker*innen vielfältige Maßnahmen für den Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften erprobt und implementiert. Immer mehr Bundesländer und Kommunen bündeln Schutzmaßnahmen in Schutzkonzepte, die den Anspruch haben, Gewaltschutz fest im tagtäglichen Umgang mit geflüchteten Menschen in Unterkünften zu verankern.

Doch wie steht es aktuell tatsächlich um den Gewaltschutz in Unterkünften für geflüchtete Menschen? Welche konkreten Maßnahmen zur Umsetzung des Gewaltschutzes wurden auf Landes- und kommunaler Ebene auf den Weg gebracht, welche haben sich bewährt? Welche weiteren Handlungsbedarfe und Anknüpfungspunkte auf kommunaler und Länderebene bezüglich des Gewaltschutzes in Unterkünften für geflüchtete Menschen lassen sich erkennen?

Auf der Fachveranstaltung nehmen wir die jüngsten Entwicklungen und gewonnenen Erfahrungen seit Einführung der neuen Regelungen im Asylgesetz in den Fokus. Ziel ist es, Vertreter*innen der zuständigen Behörden, der Praxis und der Zivilgesellschaft in einen konstruktiven Austausch zu bringen.

Die Online Fachveranstaltung findet im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projektes „Dezentrale Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften“ (DeBUG) und der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ statt. Veranstalter*innen sind die projektbeteiligten Wohlfahrtsverbände – Deutscher Caritasverband, Der Paritätische Gesamtverband, Deutsches Rote Kreuz sowie Diakonie Deutschland – in Kooperation mit UNICEF Deutschland.

Datum und Uhrzeit

29.09.20 | 09:30 - 12:00 Uhr

01.10.20 | 09:30 - 11:00 Uhr

01.10.20 | 13:00 - 14:30 Uhr

02.10.20 | 09:30 - 11:00 Uhr

02.10.20 | 13:00 - 14:30 Uhr


Online Plattform

Edudip Next


Zielgruppe

Vertreter*innen von Landesbehörden und Kommunen

Vertreter*innen von zivilgesellschaftlichen Organisationen

Vertreter*innen von Betreiberorganisationen

Fachkräfte in Flüchtlingsunterkünften


Kontakt

Servicestelle Gewaltschutz

Tel | 030 390 634 760
Servicestelle Gewaltschutz


Programm

Michael Tetzlaff, Abteilungsleiter „Demokratie und Engagement“, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Christian Schneider, Geschäftsführer, UNICEF Deutschland

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik, Diakonie Deutschland

 

Tagesmoderation: Blanka Weber, Journalistin

Gewaltschutz in Unterkünften für geflüchtete Menschen aus kinderrechtlicher Perspektive – Expertise von UNICEF und dem Deutschen Institut für Menschenrechte

Desirée Weber, Kinderrechte/Flucht und Migration, UNICEF Deutschland

Dr. Stephan Gerbig, Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention, Deutsches Institut für Menschenrechte

 

Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften begleiten – Erfahrungen und Beobachtungen aus dem Projekt DeBUG

Sita Rajasooriya, Multiplikatorin für Gewaltschutz, DeBUG Kontaktstelle für Nordrhein-Westfalen, Plan B Ruhr e. V. (Der Paritätische Gesamtverband)

Florian Töpfer, Multiplikator für Gewaltschutz, DeBUG Kontaktstelle für Schleswig-Holstein und Hamburg, DRK Landesverband Schleswig-Holstein e. V.

Susann Thiel, Referentin für Flüchtlingshilfe/-politik, Der Paritätische Gesamtverband

Effektiver Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften - Errungenschaften, Herausforderungen, Perspektiven

Begoña Hermann, Leiterin der Abteilung Kommunales, Ausländer- und Flüchtlingswesen, Sicherheit und Ordnung, Bevölkerungsschutz und Vizepräsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz

Elise Bittenbinder, Koordinatorin und Vorsitzende der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e. V.)

Anika Bergmann, Leiterin Übergangseinrichtung Sport-Campus, DRK Bezirksverband Frankfurt am Main

Berthold Weiß, Leiter Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge Ellwangen, Regierungspräsidium Stuttgart 

 

Tagesmoderation: Blanka Weber, Journalistin

Monitoring von Schutzkonzepten Mittel für effektiven Gewaltschutz

Ulrike Ottl , Multiplikatorin für Gewaltschutz, DeBUG Kontaktstelle für Niedersachsen und Bremen, Diakonie Osnabrück Stadt und Land

Dr. Olaf Kleist, Koordinator des Projektes „Monitoring und Evaluierung eines Schutzkonzeptes für geflüchtete Menschen in Flüchtlingsunterkünften“, Abteilung Konsens & Konflikt, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)

Moderation: Kirstin Frohnapfel, Multiplikatorin für Gewaltschutz, DeBUG Kontaktstelle für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Albatros gemeinnützige Gesellschaft für soziale und gesundheitliche Dienstleistung mbH (Der Paritätische Gesamtverband)

 

Mittel- und langfristig betrachtet ist das systematische Monitoring von Schutzkonzepten ein wesentliches Instrument für effektiven Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften. Es zeigt an, ob Schutzmaßnahmen adäquat umgesetzt werden, ob sie die erwarteten Wirkungen entfalten und ob sie veränderten Bedarfen angepasst werden müssen. In diesem Sinne hilft das Monitoring dabei, Ressourcen zielgerichtet einzusetzen und Handlungsbedarfe zur Verbesserung des Gewaltschutzes objektiv zu ermitteln.

Dieser Online-Workshop hat zum Ziel, den Stellenwert des Monitorings von Schutzkonzepten für die Verbesserung des Gewaltschutzes in Flüchtlingsunterkünften näher zu beleuchten. Zudem wird das Projekt "Monitoring und Evaluierung eines Schutzkonzeptes" (DeZIM) vorgestellt, in dem erstmals ein umfangreiches Monitoring-Tool entwickelt wird, das Träger- und Betreiberorganisationen dabei unterstützen soll, die Umsetzung von bereits erarbeiteten Schutzkonzepten zu messen.

Wege zum Schutzkonzept Erarbeitung, Verstetigung, Weiterentwicklung

Ann-Kathrin Jungk, Gewaltschutzkoordinatorin, Regierungspräsidium Gießen

Simone Müller (geb. Seebauer), Gewaltschutzkoordinatorin, Regierung der Oberpfalz

Moderation: Usama Ibrahim-Kind, Projektkoordinator Servicestelle Gewaltschutz, Stiftung SPI

 

Die Unterbringung von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften ist bekanntermaßen sehr heterogen. Je nach Bundesland, Unterbringungsform, Lage und Größe der Flüchtlingsunterkunft sowie Bedarfe der Bewohner*innen können die Rahmenbedingungen und Anforderungen für die Entwicklung von Schutzkonzepten stark variieren. Bezogen auf Aufnahmeeinrichtungen lassen sich dennoch einige übergeordnete Wegmarken bei der Etablierung von (einrichtungsspezifischen) Schutzkonzepten erkennen.

In diesem Online-Workshop wird anhand von zwei Fällen exemplarisch dargestellt, wie Erarbeitungsprozesse von Schutzkonzepten in Aufnahmeeinrichtungen gestaltet werden können, wie Bedarfe der Bewohner*innen Berücksichtigung finden und was bei der Umsetzung von Schutzkonzeptes in das Alltagsgeschehen zu beachten ist.

Gewaltschutz und Umgang mit der Corona-Pandemie in Aufnahmeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz

Frank-Peter Wagner, koordinierender Leiter der Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende, Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz

Daniel Pfeiffer, Leiter Sozialer Dienst Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende Kusel, DRK Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.

Moderation: Alexander Kaske, Multiplikator für Gewaltschutz, DeBUG Kontaktstelle für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, DRK Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.

 

Mit der Corona-Pandemie hat sich die Situation für geflüchtete Menschen in Flüchtlingsunterkünften drastisch verschärft. Deutsch- und Integrationskurse, wichtige Beratungsangebote, Freizeitangebote, Spiel- und Lernangebote für Kinder und Jugendliche sind während des Lockdowns weggebrochen. In einigen Flüchtlingsunterkünften ließ sich ein erhöhtes Infektionsgeschehen verzeichnen, nicht zuletzt weil die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln für Bewohner*innen von Flüchtlingsunterkünften kaum möglich ist.

Nach der Vorstellung des Landeschutzkonzeptes und der übergeordneten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz wird in diesem Online-Workshop beschrieben, wie die Pandemie den Alltag in der Aufnahmeeinrichtung in Kusel verändert und welche Auswirkungen das auf die Umsetzung des Gewaltschutzkonzeptes hat.

Unterbringung von geflüchteten Menschen im ländlichen Raum – Chancen und Herausforderungen für den Gewaltschutz

Dr. Judith Vey , Leiterin des Projekts "Handlungsfähigkeit in der bundesdeutschen Unterbringung von Flüchtenden" und des Bereichs "Soziale Bewegungen, Technik, Konflikte", Zentrum Technik und Gesellschaft, Technische Universität Berlin

Uta Sandhop, Multiplikatorin für Gewaltschutz, DeBUG Kontaktstelle für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Malteser Hilfsdienst gGmbH, Bezirksgeschäftsstelle Dresden-Meißen

Moderation: Rahel Köpf, Multiplikatorin für Gewaltschutz, DeBUG Kontaktstelle für Baden-Württemberg, Caritasverband Karlsruhe e. V.

 

Mit der Unterbringung im ländlichen Raum gehen für geflüchtete Menschen spezifische Problemlagen einher, die in urbanen Kontexten kaum zum Tragen kommen. Eingeschränkte Mobilität, eine überschaubare Angebotslandschaft, die die spezifischen Bedarfe von geflüchteten Menschen nur begrenzt berücksichtigen kann und damit einhergehende Folgeprobleme kennzeichnen oftmals die Situation im ländlichen Raum.

Nachdem die spezifischen Herausforderungen für geflüchtete Menschen im ländlichen Raum konkretisiert werden, zeigt dieser Online-Workshop Chancen und Handlungsmöglichkeiten im ländlichen Raum mit Blick auf den Gewaltschutz auf.

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Vollständiges Programm (Stand: 23.09.2020)


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